Unter der Moderation von Achim Puhl diskutierten Fachkräfte aus verschiedenen Initiativen und politisch Aktive der Unabhängigen Bürgervereinigungen über die Möglichkeiten in Zusammenarbeit von Kommunalpolitikern und Bürgerinitiativen, mehr Chancengerechtigkeit zu fördern.
Dr. Klaus Kortmann, Dr. Rudolf Pettinger, Ilona Wiebers und Dr. Reinhold Koch brachten Vorschläge ein, wie benachteiligte Kinder und Jugendliche von Anfang an gefördert werden können. Dr. Pettinger, der das Frühförderprogramm Opstapje nach Deutschland gebracht hat, stellte insbesondere heraus, dass Menschen aus dem gleichen Kulturkreis und mit ähnlichem sozialen Milieu als Unterstützer benachteiligter Familien eine wichtige Rolle spielen können. Professionelle sind nicht überall notwendig, was jedoch nicht dazu führen dürfe, dass versucht wird, soziale Arbeit auf ehrenamtlichen Schultern abzuladen. Auch bedeute Ehrenamtlichkeit nicht, dafür keine finanzielle Entschädigung zu erhalten. Verlässliche ehrenamtliche Strukturen benötigen auch eine finanzielle Anerkennung. Dr. Kortmann stellte die Initiative SCHUB (Schul- und Berufsabschluss für alle) vor, mit deren Hilfe insbesondere der Übergang zwischen Schule und Beruf erleichtert werden soll. Auch wenn das Projekt erst am Anfang steht, lassen sich erste Erfolge verbuchen: Die Wahrnehmung der Problematik habe sich deutlich erhöht und auch politisch wird zunehmend erkannt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Ilona Wiebers stellte insbesondere die frühkindliche Sprachförderung heraus. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für Prävention und Integration. Durch gezielte Kooperation und Vernetzung können bestehende Systeme noch effektiver arbeiten. Dr. Koch machte das große Engagement der Gemeinde deutlich. Wesentlich sah er Bedarf des weiteren Ausbaus der institutionellen Einrichtungen wie Schulen, Krippen und Kindergärten.
Rudolf Pettinger warb zum Schluss dafür, auf lokaler Ebene eine Teil-Jugendhilfeplanung zu erstellen, bei der alle Träger und Initiativen in die Planung integriert sind. Nur so lassen sich Vernetzungen herstellen. Einen Entsprechenden Weg hat Dr. Pettinger bereits in München mit großem Erfolg moderiert.

Auf dem Foto sehen Sie von links : Dr, Klaus Kortmann, Dr. Rudolf Pettinger, Achim Puhl, Ilona Wiebers, Dr. Reinhold Koch